Lebensmittelrettung: Karotten

Nach dem machinellen Ernten von Karotten bleiben oft kiloweise Karotten auf dem Acker liegen. Ein freundlicher Biolandwirt erlaubte uns die „Rettung“ seiner übriggebliebenen Karotten für den persönlichen Verbrauch. So konnten wir gemütlich ganze und halbe Karotten ernten, uns über Lebensmitteln unterhalten und lernen, wie man Karotten auf altbewahrter Weise lagern kann.

Aktion Karottenrettung

Durch unsere Auflese-Aktion auf dem machinell geernteten Bio-Karottenacker konnten wir kiloweise Karotten retten. Intakte Karotten eignen sich super für Langzeitlagerung im Keller und geschädigte Karotten sind prima für den schnellen Verbrauch.

Wir konnten teilweise wunderschöne Karotten retten
Manchmal brauchte es den Spaden

Langzeitlagerung

Nach dem Entfernen des Krauts (das sich übrigens wunderbar für die Zubereitung von Pesto eignet) werden die ungewaschene, trockene Karotten in Sand aufeinander geschichtet. So können sie monatelang knackig bleiben. Der Keller sollte am besten dunkel, kühl (unter 10 °C) und etwas feucht sein.

Wer keinen Keller zur Verfügung hat, kann eine Erdmiete bauen. Dazu gräbt man an einem frostsicheren Platz ein Erdloch aus, das etwa einen halben Meter tiefer ist als die Kiste mit aufeinander geschichteten Karotten. Man stellt die Kiste hinein und verschließt die Stelle wieder. Ein feinmaschiger Draht über die Kiste schützt die Möhren während der Wintermonate vor hungrigen Nagern. Auch eine alte Waschmaschinetrommel lässt sich super zu einer Erdmiete umfunktionieren.

Eine reiche Ernte an saftigen Karotten
Karotten im Keller schichtenweise in Sand gelagert

Wissenswertes über Lebensmittelverschwendung

Weltweit geht ca. ein Drittel der Lebensmittel verloren, dies entspricht 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr oder 1.000 Tonnen pro Minute. Auch in Deutschland landet fast einem Drittel unserer gesamten Lebensmittel in der Tonne. Dies entspricht etwa 18 Millionen Tonnen pro Jahr oder 571 kg Lebensmittel, die pro Sekunde verloren gehen. In der Tonne landen sowohl Lebensmittel, die nicht für den Verzehr geeignet sind, als auch genießbare Lebensmittel. Bei Letzteren spricht man von Lebensmittelverschwendung – in Deutschland geht es um fast 10 Millionen vermeidbare Tonnen pro Jahr oder 313 kg pro Sekunde. Lebensmittel werden entlang der gesamten Wertschöpfung, vom Acker bis zum Teller, verschwendet. Pro Person pro Jahr sind es ca. 190 kg (dies entspricht einem durchschnittlichen Wert von rund 230 Euro pro Person pro Jahr, oder 19 Milliarden Euro pro Jahr für Deutschland!).

Auch die Landwirtschaft verschwendet 25 kg Lebensmittel pro Person pro Jahr. Verluste auf dem Feld (Ernteverluste), etwa durch krummes Gemüse, welches den ästhetischen Standards nicht entspricht, werden in den offiziellen Statistiken gerne vernachlässigt. Auch nach der Ernte hintergebliebene Lebensmittel gehören zu dazu.

Das Projekt „Lernen für Landmosaik“ wird gefördert durch den Ideenwettbewerb „Gemeinsam:Schaffen“ des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.

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